Jane Eyre von Charlotte Brontë ***

Original: Englisch
Gelesen: Deutsch
Erschienen: 1847
Beurteilung: ❤❤❤



Die Geschichte erzählt von der jungen Waise Jane Eyre, welche bei der Frau ihres verstorbenen Onkels aufwächst.  Die Beziehung zu ihrer Tante ist alles andere als herzlich, da Jane für sie nur ein lästiges Überbleibsel ihres Mannes ist. Dies bekommt sie tagtäglich durch Schikane und ungerechtfertigte Rügen zu spüren.
Sobald sich die Möglichkeit ergibt, wird das ungeliebte Mädchen daher in eine Institution für arme Mädchen abgeschoben, wo sie unter widrigsten Umständen eine schulische Erziehung erhält.
Nach beinahe 10 Jahren an der Lowood Schule, in denen sie zwei davon als Lehrerin verbrachte, ergreift Jane die sich bietende Chance und macht sich auf die Suche nach Glück und Liebe.

Dadurch dass die Geschichte im England des 19. Jahrhunderts spielt, herrscht noch eine sehr klare Rollenverteilung zwischen Mann und Frau sowie arm und reich. Die einzigen Erwartung an die Frau ist quasi das Führen des Haushaltes sowie das Erledigen von niedrigeren Arbeiten, sprich sie ist nicht viel mehr als das Heimchen am Herd. Auch wenn eine Frau Geld hat, ist die dem Mann immer noch unterlegen, dies gilt vorallem auch intellektuel.

Kinder scheinen so ziemlich das grösste aller Übel zu sein: sie liegen einem nur auf dem Geldbeutel, machen Lärm und stehlen Zeit. Sie sind höchstens als billige Arbeitskraft zu gebrauchen.

Sprache


Die Sprache ist natürlich der Zeit entsprechend eher blumig und manchmal auch ziemlich steif. Andererseits wird sehr direkt und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen von den Makeln und Fehlern anderer Personen gesprochen, egal ob diese nun anwesend sind oder nicht.

Fazit

Trotz der altmodischen Sprache, die es mir nicht immer einfach gemacht hat, und der für uns veralteten Weltanschauungen, bei denen sich mir zeitweise die Haare sträubten, hat mir dieses Buch doch wirklich gefallen. Ich hatte nicht erwartet, dass mich Jane's Geschichte dermassen in den Bann ziehen würde.
Zwischendurch brachte mich die demütige und selbstgeisselnde Art der Hauptdarstellerin schier zur Verzweiflung, ständig redete sie sich ein, sie hätte es nicht verdient, glücklich zu sein oder einen Mann zu finden, den sie lieben könnte und der sie auch lieben würde. Für sie war klar, dass sie nur erwarten konnte, was ihr von der Gesellschaft für ihren niedrigen Stand vorgeschrieben wurde. Trotzdem spürte sie genau, dass das Leben mehr zu bieten hat, als ihr zugetraut wurde.
Umso mehr bewundere ich diese junge Frau für ihr Durchhaltevermögen, ihren Glauben an das Gute in der Welt und in die Menschen, ihre Standfestigkeit und ihre Kraft, sich durch nichts von ihren Prinzipien abzubringen.

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